Gemeinschaft, Baby!

 

Auf diesen Film habe ich mich besonders gefreut: In "Kollektivit" gründen Menschen in den 70ern eine Kommune im Haus am See. Außerdem noch in Dänemark. Das verspricht doch Flower Power-Nostalgie gemixt mit dänischer Dogma-Kunst! Schließlich gehört der Regisseur Thomas Vinterberg zu den Mitbegründern dieser (ehemaligen) Bewegung. Spannend!

 

Ein großes, altes Haus ist der Anfang für einen neuen Traum. Gemeinsam leben. Zu siebt, zu acht, zu neunt den Alltag teilen. Das ist Annas Idee. Und wohl auch ein Weg, ihre Beziehung zu Erik nach 15 Jahren etwas aufzupeppen. Erik ist zwar nicht sonderlich begeistert, lässt sich aber schließlich doch überreden. Und so veranstalten Anna, Erik und ihre gemeinsame Tochter Freja eine Art Casting. Schnell steht die Kommune, die geradezu besoffen vor Euphorie loslegt: Man isst zusammen, entscheidet gemeinsam, springt nackt in den nahen See. Alles ein großer Spaß, ein großes Gewusel, in dem sich Anna und Erik allerdings etwas aus den Augen verlieren. Doch während sie es rundherum genießt, findet er sein Glück anderswo. Der Architekturdozent verliebt sich in seine Studentin. Doch das Ganze muss kein Drama sein, wir schreiben schließlich die Siebziger und Anna, die bekannte TV-Moderatorin, hält sich für sehr offen und abgeklärt. Und so zieht die Geliebte zu Erik, Anna und den anderen ins Haus. Ob das gutgehen kann, bezweifeln nicht nur die Mitbewohner...

 

Ein Film, ganz im rebellischen Zeitgeist. Neue, alternative Lebensmodelle sollen eingefahrene, spießige Formen des Zusammenlebens ablösen. Eine Zeit, in der man Träume verwirklicht. Manchmal vielleicht auch nur, um ihr Scheitern zu erleben. Um zu begreifen, dass man einer Illusionen aufgesessen ist. Der Film erzählt leicht, freundlich, unaufgeregt vom Projekt Kommune, aber vor allem vom Projekt Beziehung. Das Drama ist ein kleines, ein persönliches. Was daher allerdings nicht leichter wiegt. Ein sehr guter Film, der mich anregt, meine eigenen Wünsche und Träume noch mal ganz genau unter die Lupe zu nehmen.

 

"Kollektivet" ("The Commune") von Thomas Vinterberg - XXXX

 

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Mein Name ist Sandra und ich bin leseverrückt. Allerdings nicht verrückt verrückt, nur normal-verrückt;).

Bücher gehören für mich zum Leben dazu. Ich habe immer, wirklich immer eins auf dem Nachttisch, egal wie stressig die Welt drumherum ist. Ich kann schlicht nicht ohne;) Nicht ohne gute Geschichten!

Und daran möchte ich Euch teilhaben lassen. Euch anregen, Anregungen bekommen, Begeisterung teilen! Über Bücher, über Drehbücher, also Filme, und sonstige gute Geschichten.

Die Auswahl erfolgt dabei ganz subjektiv, je nachdem, was mich gerade umtreibt. In der Regel ist das zeitgenössische Literatur aus Europa, den USA, manchmal aus Indien.

Wenn ich nicht lese, arbeite ich als Journalistin, Moderatorin und Trainerin.

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