Grenzen, überall nur Grenzen

 

Integration ist ja sowas wie das Thema der Stunde. Eine Riesenaufgabe, die allen Seiten einiges abverlangt. Vor allem aber den Migranten. Integrationswillen müssen sie beweisen, die Sprache lernen, die Kultur kennen, Werte verinnerlichen. Dann klappt's auch mit dem Ankommen in der neuen Heimat. Doch wieviel ist wirklich dran an diesem Heilsversprechen? Wird sich noch jemand an diesen Deal erinnern, wenn die Migranten ihren Teil geleistet haben? Die Frage darf man ruhig mal stellen.

 

Bevor es allerdings überhaupt um Integration gehen kann, sind da erst einmal die Landes-grenzen. Zum Beispiel die zwischen Mexiko und den USA. Gut 3000 Kilometer ist sie lang und spätestens seit 9/11 scharf bewacht. Das ist die erste Hürde, die Nero in der deutsch-französisch-mexikanischen Produktion "Soy Nero" überwinden muss. Nicht, um Neuland zu betreten, sondern um zurückzukehren. Er ist nämlich aufgewachsen in Los Angeles, bevor die USA ihn, seinen Bruder und seine Mutter ausgewiesen haben. Ebenfalls eine Folge der Terrorsnschläge am 11. September 2001. Nero ist Mexikaner, der nur einen Traum hat: Amerikaner zu werden. Nicht auf illegale Weise mit einem gefälschten Pass, wie es sein Bruder Jesus macht, sondern wirklich, wahrhaftig, annerkannt von allen Behörden. Und dafür zieht Nero sogar in den Krieg. Als Soldat der US-Armee, als sogenannter Green Card Soldier. Denn nur dieser freiwillige Einsatz könnte ihm den lang ersehnten Pass einbringen. Vorausgesetzt, er überlebt den Kugelhagel in Afgahnistan. Vorausgesetzt, die Behörden halten ihren Teil der Abmachung....

 

"Soy Nero" ist ein Film über Grenzen. Die echten, sichtbaren, und die in den Köpfen. Ein Mexikaner in Beverly Hills? Hände hoch und Beine auseinander, das muss überprüft werden! Ein Mexikaner an einer Straßensperre irgendwo in Afgahnistan? Armer Teufel! Nero zeigt ihn, den Integrationswillen. Denn was mehr könnte man dem ersehnten neuen Vaterland als Einsatz schenken als das eigene Leben? Trotzdem bleiben für Nero viele Grenzen unüberwindbar. Ein mitreißender Film über Vorurteile, vergebliche Mühen und bittere Erkenntnisse. Unbedingt anschauen.

 

"Soy Nero" von Rafi Pitts - XXXX

 

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Mein Name ist Sandra und ich bin leseverrückt. Allerdings nicht verrückt verrückt, nur normal-verrückt;).

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